Auto Response Board
| Hersteller | AVE Micro Systems |
| Markteinführung | 1980 |
| Preis | $1995 / 2795 DM (+ Sargon 2.5 Modul) |
| Gehäuse & Figuren | |
| Figuren | Holz |
| Brett | Holz |
| Zugeingabe | Magnetsensoren |
| Zugausgabe | 64 Feld-LEDs |
| Sonstiges | |
| Maße | |
| Gehäuse | 53,5 x 53,5 x 8 cm |
| Spielfläche | 40 x 40 cm |
| Feldgröße | 5 x 5 cm |
| Königshöhe | ca. 89 mm |
Das Auto Response Board (ARB) von AVE Micro Systems erschien im Frühjahr 1980 und gilt als erstes kommerzielles sensorbasiertes Schachbrett in voller Turniergröße. Es markierte einen Innovationssprung in der Schachcomputer-Historie, da es deutlich komfortabler spielte als frühere Geräte mit Tastatur- oder Drucksensor-Eingabe.
Der klassische Vertrieb des ARB wurde zunächst durch Chafitz Inc. und später durch die deutsche Firma Sandy Electronic abgewickelt. Chafitz nutzte das ARB-Brett 1980 in Kombination mit dem GMS Sargon 2.5-Modul als neues Top-Produkt, zog sich aber bereits bald aus dem Markt zurück.
Grundkonzept
Das ARB-Brett arbeitete als universelle Bedien- und Anzeigeplattform. Ohne eingestecktes Modul reagierte das System nicht. Die eigentliche Spielfunktion ergab sich erst durch das eingesetzte Programm-Modul.
Das System trennte damit früh zwischen:
- Brett-Hardware (Ein-/Ausgabe)
- Modul (Spielprogramm und Recheneinheit)
Technik und Funktionsprinzip
Das ARB beruhte auf einem elektronischen Spielbrett mit:
- einem Reed-Kontakt unter jedem Feld,
- Magneten in den Figuren,
- sowie einer LED-Anzeige pro Feld.
Durch das Setzen und Bewegen der Figuren wurden die Reed-Kontakte ausgelöst. Die Elektronik des eingesetzten Moduls erfasste die Feldzustände über ein Matrixverfahren und erkannte so den Zug. Der vom Programm berechnete Antwortzug wurde anschließend über LED-Anzeigen auf dem Brett signalisiert.[1]
Technische Daten
- Modularer Aufbau: Rechenlogik in austauschbaren Modulen (Grand Master Series)
- Sensorik: 64 Reed-Kontakte unter jedem Feld, magnetische Figuren zur Zugdetektion
- Zugausgabe: 64 Feld-LEDs direkt am Brett
- Gehäuse: Echtholz-Brett (Walnuss und Ahorn), Turnierformat ~53,5 × 53,5 × 8 cm
- Gewicht: Ca. 6 kg (inkl. Figuren/Netzteil)
Patentlage
Ein zentraler technischer Primärbeleg für das ARB-Prinzip ist das Patent GB2051589A mit dem Titel Electronic game board.[1]
- Erfinder / Anmelder: Dale E. Folwell (FOLWELL D)[1]
- Anmeldedatum: 20. Mai 1980[1]
- Veröffentlichung: 21. Januar 1981[1]
Das Patent beschreibt die für das ARB charakteristische Kombination aus Reed-Kontakten, Magnetfiguren und LED-Feldanzeigen und stellte damit den wichtigsten belegbaren Primärnachweis für die Bretttechnologie dar.
Module und Programme
Das erste Schachmodul für das ARB-System war 1980 das Grand Master Series Sargon 2.5-Modul. Das enthaltene Programm stammte von Dan und Kathe Spracklen.[2]
Die Bezeichnung Grand Master Series erschien als Serienname der austauschbaren ARB-Module und war auf den Modulen mit TM (Trademark) gekennzeichnet. Eine belastbare Primärquelle zur rechtlichen Markeninhaberschaft lag bislang nicht vor.
Offizielle Module
Zwischenversion / Fehlerbereinigung
- Grand Master Series 3.5 (inoffizielle Zwischenversion)
Die Version 3.5 galt nicht als reguläre Hauptausgabe, sondern als Fehlerbereinigung der Version 3.0. Sie wurde von der Münchener Firma Sandy Electronic angeboten und ist nur schwach dokumentiert.[3]
Dameprogramm
Neben den Schachmodulen existierte ein Dameprogramm mit der Bezeichnung Avelan (Checkers Program). Dafür wurde ein passender Satz Damesteine angeboten.
Gehäuse, Maße und Varianten
Das ARB-Brett besaß eine wuchtige Bauform. Die Abmessungen betrugen:
- 53,5 × 53,5 × 8 cm
- Gewicht: ca. 6 kg (einschließlich Figuren)
Vom ARB-Brett existierten vier Varianten. Die Unterschiede lagen vor allem in der Beschriftung des Brettes und in der Ausführung der Bedienknöpfe.
Beschriftungsvarianten
Es existieren 4 Varianten des ARB-Bretts. Die Unterschiede finden sich in der Beschriftung der Bretter und den Bedienknöpfen. Auch die Bezeichnung des Bretts wurde zwischendurch gewechselt und lautete später "Grand Master Series ARB".
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Preise und Marktposition
Das ARB-Brett wurde zusammen mit dem Sargon 2.5 Modul ursprünglich zu einem Preis von 2.795 DM angeboten.
Für das zusätzlich erhältliche Dameprogramm Avelan einschließlich Damesteinen wurde zu einem Verkaufspreis von 500 DM angeboten.
Historische Bedeutung
Die historische Bedeutung des ARB lag im modularen Sensorbrett-Konzept. Das System verband ein hochwertiges elektronisches Auto-Magnetsensorbrett mit austauschbaren Programmmodulen und nahm damit spätere Plattformideen im Computerschach vorweg.
Bilder
- Auto Response Board (ARB)
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ARB Brett von 1980 mit Schriftzug rechts unten
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Tasten des 1980er ARB
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ARB Brett von 1981, Tasten wie beim späteren Fidelity Elite A/S Challenger
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Beschriftung des 1981er ARB Bretts
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Tastenfeld des 1981er ARB
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Modul Sargon 2.5
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Modul Sargon 2.5
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Modul 3
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Modul 4.0
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Originalfiguren Weiß
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Originalfiguren Schwarz
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Mainboard
- Prospekt



