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1. Oldie Turnier 2005

aus Schachcomputer.info Wiki, der freien Schachcomputer-Wissensdatenbank
Steffens Sammlung
Cathi
Steffen
Hier begann die Legende: Das 1. Oldie Turnier

📍 Erlenbach, 19. - 20. März 2005

Nachdem Gerhard Vetter, Thomas Jäger, Rainer Migas und Erwin Biri schon am Freitagabend angereist waren und ihre Koffer im Hotel abgestellt hatten, ging's erst mal zu Steffen und Cathi, um sich die Sammlung anzuschauen. Die beiden Gastgeber hatten sich viel Mühe gemacht und eine Ausstellung der schönsten Stücke aufgebaut.

Erwins glücklicher Gesichtsausdruck wird unvergessen bleiben, als er zum ersten Mal den Decorator sah. Später durfte er noch eine Partie mit dem Chess Challenger 1 spielen. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass der CC 1 lange gut mithielt. Nicht wahr, Erwin??? Ausreden wie die Gewöhnungsbedürftigkeit der (verkehrten) Notation oder dass der CC 1 noch keine Bauernumwandlung kennt, gelten nicht ;)

Übrigens zeigte Cathi einen kleinen Teil ihrer Parfumfläschchen-Sammlung (Minis). Diese eigene Sammlung dürfte auch der Grund sein, warum Cathi so verständnisvoll mit Steffens Sammelwahn umgeht.

Samstagvormittag - Steffen hatte gerade noch zuhause eine Partie gegen den Chess Challenger 1 verloren! - stieß dann der weise Stimmungs-Chinese mit seinem "Mephisto Exclusive S Glasgow - Hongkong-Update mit absaugender Stromversorgung" dazu. Hierzu später mehr. Nachdem unter vereinten Kräften alles aufgebaut war - der Novag Chess Robot musste aufgrund kurzfristiger Erkrankung (Tennisarm) zuschauen - ging es los. Gespielt wurde mit Spielstufen/Zeitvorgaben zwischen 30 und 45 Sekunden, je nach Gerät.

Stopp: Sofort kam der Mann von der Presse (Main-Echo), der seine Mühe mit uns hatte, weil wir ständig spielten und uns kaum um ihn kümmern konnten. Trotzdem kam ein schöner Bericht raus, der bei Bedarf angefordert werden kann. Nun zum Turnier selbst:

Der Turnierverlauf

Runde 1

Der Monarch gab im 11. Zug unnötig die Rochade auf. Im Verlauf der Eröffnung verschenkte der Milton zunächst einen Bauern, der dann vom Ratsmann-Computer behalten und stark wurde. Völlig unmotiviert gab der MB plötzlich eine Figur her, was dann auch endgültig die Partie entschied. Dieses unnötige Einstellen von Figuren sollte man beim schönen Milton im Turnierverlauf leider noch öfter sehen. Der Monarch an sich spielte noch schwach und auch langsam, weshalb er sich sofort den Namen "MonSCHNarch" einhandelte.

Im 25. Zug gewann der Sensory 9 einen Bauern. Wenn der Sensory 9 nicht sein freies Bauernpaar auf den a- und b-Linien verloren hätte, wer weiß, wie es ausgegangen wäre. Am Ende dann ein für den Glasgow schmeichelhaftes Remis durch 3-malige Stellungswiederholung. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, dass hier der am solidesten spielende spätere Sieger gegen den insgesamt enttäuschenden Sensory 9 gegeneinander angetreten waren.

Einen schöne Partie des A/S, der offensiv mit Schwarz spielte. Das IIIer-Brikett gewann zwar einen Bauern, dies aber auf Kosten eines starken schwarzen Angriffs, woraufhin Weiß die Qualität verlor. Zu allem Unglück stellte der Mephisto im 35. Zug den Springer en Prise, damit war die Partie gelaufen. 5 Züge später zeigte der Fidelity das Matt.

Diese Partie verlief von Beginn an in eine Richtung: Die Rochade des Deco wurde zerstört, da er es nicht für nötig gehalten hatte, seinen König in Sicherheit zu bringen. Im 17. Zug dann eine sehenswerte Kombination des Weltmeisterprogramms von 1981. Schwarz gewinnt die Qualität und räumt den nicht rochierten weißen Turm ab.

Fazit Runde 1: Elite A/S und Elite Champion spielen stark, die späteren Sieger Glasgow und Monarch warten noch auf ihre Erleuchtung, der Sensory 9 verpasst seinen Sieg.

Runde 2

Diese Partie war schnell klar: Bereits im 13. Zug verfügte Weiß über einen Trippel- und einen Doppelbauern. Erstgenannter ging fast zwangsläufig verloren. Schließlich postierte das Phantömchen seinen Springer auf h7, wo ihm dann das Rückzugsfeld fehlte. Nach Abtausch von Weiß mit weniger Material wickelte der Champion souverän in den Sieg ab.

Hier zeigte sich, was man später noch öfter sehen sollte: Der Decorator spielt wirklich gut bis ins Mittelspiel mit - im Endspiel fehlen ihm dann leider die Ideen. Der Deco gewann früh einen Bauern, den der Elite A/S sich kurz drauf bei gleichzeitigem isoliertem Doppelbauern von Schwarz zurückholen konnte. Dieser war dann auch ruck-zuck weg. Ein 2. Mehrbauer für Weiß im späteren Verlauf ging wieder verloren. Schwarz verpasste den Abtausch der Damenbauern, welcher ein Turmendspiel mit Remischancen ergeben hätte. Das Mattbild am Ende ist durchaus sehenswert.

Diese vom Ergebnis her durchaus überraschende Partie war typisch für die schwache Vorstellung des Sensory 9 in diesem Turnier. Er griff bedingungslos an und übersah den stark stehenden schwarzen Springer auf e3. Hierdurch war keine weiße Rochade mehr möglich, Schwarz erarbeitete Druck im Zentrum und spießte schließlich 2 Figuren mit einem Bauern auf. Er griff folgerichtig die Königsstellung an und gewann noch schön die Dame. Die beste Partie des IIIer-Briketts.

Um diese Partie werden sich noch in 100 Jahren Legenden ranken: Zog der Mephisto wirklich den Saft aus dem Mehrfachstecker? War die Position der Stecker wirklich das entscheidende i-Tüpfelchen für den späteren Turniersieg? Erwin war ob der miserablen Leistung seines Monarch felsenfest davon überzeugt, dass der näher an der Steckdose hängende Glasgow dem Rathsmann-Computer den Saft entzog. Es gab hierüber widersprüchliche Meinungen: Cathi meinte hingegen, es sei egal, ob der Stecker vorne oder hinten reinkommt. Wie dem auch sei, schon im 13. Zug verpasste Schwarz die erste Siegkombination. Die offene weiße Königsstellung war schlecht und verlor einen Bauern. Am Ende gewannen die verbundenen schwarzen b- und c-Bauern eine einseitig verlaufene Partie.

Tabelle nach Runde 2
Rang Gerät Punkte
1. Fidelity CC Elite Champion 2.0 / 2
1. Fidelity Elite A/S Challenger 2.0 / 2
3. Mephisto III-S Glasgow 1.5 / 2
4. Mephisto III ESB 6000 1.0 / 2
4. Conchess Monarch S5 1.0 / 2
6. Fidelity Sensory 9 0.5 / 2
7. Fidelity Decorator Challenger 0.0 / 2
7. Milton Phantom 0.0 / 2

Fazit Runde 2: Wenn mich einer gefragt hätte, dann wäre der Elite Champion mein Favorit auf den Turniersieg gewesen. Der Decorator verpasste nur aufgrund schwacher Endspielkenntnisse seine erste Chance zu punkten, was noch öfter vorkommen sollte.

Runde 3

Eine klare Angelegenheit, über die es nicht viel zu berichten gibt: Schwarz verlor einen Bauern gleich in der Eröffnung, bald darauf eine Figur und Qualität. Der Mephisto wandelte seinen Bauern um - das war's.

Diese Partie war lange ausgeglichen. Der Monarch verlor einen Bauern bei gleichzeitigem weißem Doppelbauern. Entscheidend war die offene Linie des Monarch. Zunächst Figurenverlust des Briketts und folgerichtig der Einbruch des schwarzen Turms in die weiße Stellung.

Eine große Überraschung: Zunächst gewinnt der größte Schachcomputer aller Zeiten, der Decorator, einen Bauern. Eine Kombination des Sensory 9, die einen schwarzen Bauern zur Umwandlung bringen soll, wird vom Deco völlig korrekt abgewickelt, sodass ein Mehrturm für Weiß übrig blieb. Leider verschenkte der Decorator diesen klaren Sieg, da er grundsätzlich Schachgeben gegenüber einer Siegabwicklung zu hoch bewertet und eine dreifache Stellungswiederholung programmgemäß nicht erkannte. Steffen war im Nachhinein traurig. Aber diese Partie zeigte, dass der älteste aller Teilnehmer bis ins Mittelspiel hinein solide spielt.

Hier kam erstmalig - wahrscheinlich bei einem Turnier überhaupt in der Schachcomputer-Geschichte! - das TDF-Modul zum Einsatz. Das Spitzenspiel dieser Runde verlief bis zum 17. Zug ausgeglichen. Der Elite A/S gab unnötig die Qualität her, im 27. Zug hing dann noch eine Figur. Schwarz spielte einfach viel zu passiv, der Elite Champion überzeugte ein weiteres Mal!

Tabelle nach Runde 3
Rang Gerät Punkte
1. Fidelity CC Elite Champion 3.0 / 3
2. Mephisto III-S Glasgow 2.5 / 3
3. Fidelity Elite A/S Challenger 2.0 / 3
3. Conchess Monarch S5 2.0 / 3
5. Mephisto III ESB 6000 1.0 / 3
5. Fidelity Sensory 9 1.0 / 3
7. Fidelity Decorator Challenger 0.5 / 3
8. Milton Phantom 0.0 / 3

Fazit Runde 3: Der Elite Champion spielt gutes Schach, Glasgow und Monarch kommen langsam ins Turnier, der Deco wird erstmals für sein gutes Schach bis ins Mittelspiel hinein belohnt.

Runde 4

Der Milton hielt erstmals schön mit, im 8. Zug meinte der Elite A/S, er müsse beide Springer an den Rand stellen. Dies veranlasste Thomas zu dem Ausspruch: "Typisch Spracklen, Springer am Rand". Hierauf erwiderte Steffen "Kann nicht sein, das gibt's nicht im Englischen", worauf Gerhard belehrt: "Knight at the edge loses the match". Schließlich öffnete der Milton die Königsbauern zu sehr, rochierte erst im 27. Zug! Als er mal wieder eine Figur (Springer) direkt stehen ließ, war die Partie dann doch gelaufen.

Der Monarch misshandelte zunächst die Eröffnung, gewann dann doch einen schwarzen Turm. Da der eigene Damenturm abgedrängt stand, war von diesem Materialvorteil zunächst nichts zu spüren. Der Decorator verschlief leider seine Siegchancen: Der schwarze Bauer auf f2 hätte mithilfe eines Turms auf der g-Linie mit Sicherheit Möglichkeiten eröffnet. Als der weiße Mehrturm ins Geschehen eingreifen konnte, war die Partie dann entschieden.

Das Fidelity-Bruderduell verlief lange Zeit ausgeglichen, aber auch ideenlos. Im 30. Zug kam es dann zu einem unnötigen Läuferverlust von Weiß verbunden mit einem sinnlosen Bauernopfer. Nach Remischancen wieder eine schwache Partie des CC 9.

Recht überraschend konnte sich der ESB 6000 mit IIIer-Brikett einen Mehrbauern erarbeiten. Die besseren Endspielfähigkeiten entschieden dann zugunsten des Glasgow, der kalt wie eine Hundeschnauze eine schlechter stehende Partie noch gewinnen konnte. Eine typische Bayern-München-Partie: Der Gegner ist besser, doch in der Nachspielzeit schießen sie das 1:0.

Tabelle nach Runde 4
Rang Gerät Punkte
1. Fidelity CC Elite Champion 4.0 / 4
2. Mephisto III-S Glasgow 3.5 / 4
3. Fidelity Elite A/S Challenger 3.0 / 4
3. Conchess Monarch S5 3.0 / 4
5. Mephisto III ESB 6000 1.0 / 4
5. Fidelity Sensory 9 1.0 / 4
7. Fidelity Decorator Challenger 0.5 / 4
8. Milton Phantom 0.0 / 4

Fazit Runde 4: Spätestens zu diesem Zeitpunkt trennte sich die Spreu vom Weizen. Um den Turniersieg entfachte sich ein spannender Vierkampf, der bis zur letzten gespielten Partie anhalten sollte. Im Westen, äh, im Süden der Tabelle nichts Neues.

Runde 5

Cathi und Thomas Gerschütz, Spieler des benachbarten Schachklubs Obernburg und Kiebitz, spielten gemütlich ihre Partie, bis Steffen bemerkte, dass keiner von beiden mitschrieb. Daher also beginnt die Notation erst etwas später, es war aber noch nichts Entscheidendes geschehen. Schwarz gewann einen Bauern, dann ging es mit den Bauernverlusten hin und her, bis - mal wieder - der Milton völlig unnötig seinen Läufer herschenkte. Der weiße Springer räumte in der Folge die schwarzen Bauern ab. Rainer war doch sehr enttäuscht über diese Dauereinsteller. Lediglich seine arbeitsbedingt kurzfristig daheimgebliebene Sabine dürfte im Nachhinein froh gewesen sein, nicht das Phantömchen bedient zu haben...

Eine sehenswerte Partie, bei der der Deco zeigte, dass er nicht zu unterschätzen ist. Am Ende hatte er nach ausgeglichenem Verlauf die Qualität für Bauern. Kurz vor der 3-maligen Stellungswiederholung besann sich der Mephisto-Computer dann doch und suchte die Entscheidung.

Die Spitzenpaarung dieser Runde. Nach den bisher gezeigten Leistungen beider Geräte war der Monarch klarer Außenseiter. Ein solches Turnier lebt jedoch von Überraschungen: Der Monarch gewann einen Bauern nach Db3???. Der Elite Champion verzockte sich, verfügte schließlich über drei Minus-Bauern, der Monarch schob seinen Gegner richtiggehend zusammen. Die bisher beste Leistung des Monarchen.

Ebenfalls eine sehenswerte Partie. Der weiße a-Bauer war durch, leider fehlt ihm dann der Gewinnplan. Das Turmendspiel mit dem h-Bauern reichte dann doch nicht zum Sieg. Thomas konnte endlich einmal gemeinsam mit seinem Sensory 9 aufatmen.

Tabelle nach Runde 5
Rang Gerät Punkte
1. Mephisto III-S Glasgow 4.5 / 5
2. Fidelity CC Elite Champion 4.0 / 5
2. Conchess Monarch S5 4.0 / 5
4. Fidelity Elite A/S Challenger 3.5 / 5
5. Mephisto III ESB 6000 2.0 / 5
6. Fidelity Sensory 9 1.5 / 5
7. Fidelity Decorator Challenger 0.5 / 5
8. Milton Phantom 0.0 / 5
Fazit Runde 5 & Die Verlängerung "Frankenwein"

Die Partien wurden jetzt schöner, was sich auch in den nächsten Runden noch wiederholen sollte. Erstmals übernahm der Glasgow die Führung. Nach dem Ende des ersten Spieltages war alles offen, die Plätze eins bis vier lagen nur einen Punkt auseinander. Spannung pur, zwei Runden vor Schluss!

Jetzt ging es in die Verlängerung. Diese Verlängerung hieß "Frankenwein". Mit etwas Verspätung fielen wir in die Häckerwirtschaft Ott in Erlenbach ein. Wir hatten sehr viel Spaß, was nicht ausschließlich am Alkohol lag. Ganz bestimmt eine lustige Truppe! "Luftbeweger" (eigene Berufsbezeichnung) Gerard Cousin hatte viele schöne Geschichten auf Lager. Den Starkbierabend ließen wir auf dem Heimweg links liegen, es reichte auch schon so. Auf jeden Fall gab's ein Figurenopfer, aber derjenige erholte sich bis zum nächsten Morgen, als ob nichts gewesen wäre. Respekt! Wir hüllen den Mantel des Schweigens über den Namen des Betroffenen...

Erwähnenswert auch noch, dass der Decorator selbstverständlich in Erwins Zimmer übernachten durfte - niemand hat sich getraut, ihm das nehmen zu wollen. Aus unerklärlichen Gründen hieß der "Decorator" ab dem nächsten Morgen dann "Deflorator".

Leider verlor Cathi die Fotos des ersten Tages (und Abends). Hier war der Hongkong-Import einer Foto-Speicherkarte im Gegensatz zum Turnier eindeutig von Nachteil.

Runde 6

Thomas' Sensory 9 startete eine kleine Serie, was gegen den Milton aber nicht zu schwer sein sollte. In etwas unübersichtlicher Stellung gab der Milton mal wieder unnötig etwas her, dieses Mal Minusqualität plus Bauer. Nach weiterer Vereinfachung durch den Milton verlor dieser in einer unspektakulären Partie das Läufer-Turm-Endspiel.

Gerhards Elite A/S hatte in dieser Partie seine Chance: Er zerstörte die weiße Rochade, bekam Spiel, aber die offene g-Linie ermöglichte Erwins Monarchen ein Dauerschach. Manchmal muss man halt auch etwas auf die Verteidigung achten.

SEHENSWERT! Wirklich eine tolle Partie zwischen Glasgow und Champion: Weiß gewann 2 (Doppel-)Bauern und erhielt einen Angriff am Königsflügel. Alles dabei: Sehenswerte Kombinationen, verpasste Konterchancen des Champions, starker weißer Mattangriff und am Ende ein Damenopfer mit Dauerschach.

Beim ESB gegen Deco schob Weiß seinen d-Bauern bis auf die 7. Reihe vor. Der Deco holte sich diesen durch korrektes Spiel ab, verpasste es jedoch, seinen Freibauern durchgehen zu lassen. Wieder eine Siegchance für den Decorator (im Endspiel) nicht genutzt, aber immerhin Remis durch 3-malige Stellungswiederholung.

Tabelle nach Runde 6
Rang Gerät Punkte
1. Mephisto III-S Glasgow 5.0 / 6
2. Fidelity CC Elite Champion 4.5 / 6
2. Conchess Monarch S5 4.5 / 6
4. Fidelity Elite A/S Challenger 4.0 / 6
5. Mephisto III ESB 6000 2.5 / 6
5. Fidelity Sensory 9 2.5 / 6
7. Fidelity Decorator Challenger 1.0 / 6
8. Milton Phantom 0.0 / 6

Fazit Runde 6: Ein Remisreigen ließ alles für die letzte Runde offen. Bei Favoritensiegen von Elite Champion und Monarch und einem Remis in der Spitzenpartie zwischen Elite A/S - Glasgow würde es DREI punktgleiche Sieger geben. Hingegen hat es Mo Sai's Mephisto Glasgow in der eigenen Hand, das Turnier zu gewinnen. In der Partie um die goldene Ananas zwischen Decorator und Milton reichte dem Oldie-Oldie ein Remis.

Runde 7

Der Monarch machte seine Hausaufgaben im Kampf um den Turniersieg: Nach Damentausch und zerstörter weißer Rochade musste der Sensory 9 mit einem Doppel- sowie isolierten Zentrumsbauer auskommen. Erwins Monarch gewann durch druckvolles Spiel 3 Bauern und sogar noch einen Turm. Weiß hatte zu keinem Zeitpunkt eine Chance. Die Enttäuschung war Thomas ins Gesicht geschrieben.

In der Partie um den 7. Platz öffnete der Deflorator früh seine g-Linie. Der Milton zog seinen guten Springer aus dem Zentrum zurück. Weiß verpasste zweimal ein gewonnenes Bauernendspiel und konnte am Ende mit dem Remis zufrieden sein, da er noch von einem Bauerngeschenk des Levy-Programms profitierte. Schließlich ein Remis, das Rainer dann doch etwas zufriedenstellte.

SEHENSWERT! Cathis ESB gewann zunächst eine Figur für zwei Bauern, spießte noch mit dem Läufer Dame und Turm von Rainer Champion auf. Gelaufen. Denkste! Im Gegenzug gelang Weiß eine Mattkombination. Auch der Champion hat somit sein Soll im Kampf um Platz 1 erfüllt.

Parallel lief die alles entscheidende Partie: Lange Zeit war diese Partie ausgeglichen, nach Turmtausch im 43. Zug wäre es ein klares Remis gewesen. Aber der Elite A/S wollte nicht tauschen, die schwarzen Figuren konnten in der weißen Stellung aktiv werden und umgehend einen Bauern und eine Figur abräumen: 0-1.

Die Ergebnisse

Abschlusstabelle

Endstand des 1. Oldie Turniers
Rang Gerät Punkte SB
1. Mephisto III-S Glasgow 6.0 / 7 -
2. Conchess Monarch S5 5.5 / 7 14.50
3. Fidelity CC Elite Champion 5.5 / 7 14.00
4. Fidelity Elite A/S Challenger 4.0 / 7 -
5. Fidelity Sensory 9 2.5 / 7 6.25
6. Mephisto III ESB 6000 2.5 / 7 3.75
7. Fidelity Decorator Challenger 1.5 / 7 -
8. Milton Phantom 0.5 / 7 -

Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung in freundschaftlicher, lockerer Atmosphäre, der Ernst blieb zuhause. Die Unterkunft war gepflegt und günstig, Wirtsleute und Bedienungen freundlich (nur Rainers Aussage: "Die Bedienung ist unmöglich" trübte das Verhältnis zu ihr etwas - sie konnte ja nicht ahnen, dass er damit die Bedienung des Monarchen meinte...). Wenn ich richtig verstanden habe, möchten alle Teilnehmer nächstes Jahr wieder kommen. Und das freut Cathi (die uns mit Süßigkeiten versorgte und die "gute Seele" war) und mich natürlich ganz besonders!

Im Übrigen hat Mo Sai am Sonntagnachmittag noch gezeigt, wie man den Chess Challenger 1 mattsetzt. Er schaffte es im 11. Zug!

Steffen Scholz

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