WMCCC
Die Mikrocomputer-Schachweltmeisterschaft (englisch: World Microcomputer Chess Championship, WMCCC) war ein internationaler Wettbewerb für Schachprogramme, die speziell für Mikrocomputer entwickelt wurden. Das Turnier wurde 1980 von dem internationalen Schachmeister und Computerschach-Pionier David Levy ins Leben gerufen. Ziel war es, einen eigenständigen Wettbewerb für Programme zu schaffen, die auf den damals schnell verbreiteten Heim- und Mikrocomputern liefen.
Im Gegensatz zur World Computer Chess Championship (WCCC), bei der häufig Großrechner oder speziell entwickelte Hardware eingesetzt wurden, konzentrierte sich die WMCCC bewusst auf Programme für kommerziell verfügbare Mikrocomputersysteme. Dadurch entwickelte sich das Turnier rasch zu einem wichtigen Vergleichswettbewerb für Schachsoftware und dedizierte Schachcomputer, wie sie in den 1980er Jahren zunehmend im Handel erhältlich waren.
Viele der bedeutendsten Autoren von Schachprogrammen nahmen an der WMCCC teil oder gewannen den Titel, darunter etwa Richard Lang, Ed Schröder und Frans Morsch. Ihre Programme prägten über viele Jahre die Entwicklung kommerzieller Schachcomputer und Schachsoftware.
Die Mikrocomputer-Schachweltmeisterschaft spielte insbesondere in den 1980er und frühen 1990er Jahren eine zentrale Rolle für die Weiterentwicklung des Computerschachs. Sie dokumentiert den rasanten Fortschritt der Schachprogrammierung auf immer leistungsfähigeren Mikroprozessoren und gilt als wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Computerschachs.
Turniere
| Nr. | Jahr | Ort | Gewinner |
|---|---|---|---|
| 1. WMCCC | 1980 | London | Fidelity Chess Challenger X |
| 2. WMCCC | 1981 | Travemünde | Fidelity X (Offene Gruppe), CC Mark V (Kommerzielle Gruppe) |
| 3. WMCCC | 1983 | Budapest | Fidelity Elite X (A/S Budapest) |
| 4. WMCCC | 1984 | Glasgow | Fidelity Elite X, Conchess X, Mephisto III-S Glasgow, Psion |
| 5. WMCCC | 1985 | Amsterdam | Mephisto Amsterdam |
| 6. WMCCC | 1986 | Dallas | Mephisto Dallas |
| 7. WMCCC | 1987 | Rom | Mephisto Roma |
| 8. WMCCC | 1988 | Almeria | Mephisto Almeria |
| 9. WMCCC | 1989 | Portoroz | Mephisto Portorose |
| 10. WMCCC | 1990 | Lyon | Mephisto Lyon |
| 11. WMCCC | 1991 | Vancouver | ChessMachine Gideon, Herstellergruppe: Mephisto TM Vancouver, kampflos |
| 12. WMCCC | 1993 | München | HIARCS (Herstellergruppe: Genius "Mephisto Wundermaschine") |
| 13. WMCCC | 1995 | Paderborn | MChess Pro 5.0 |
| 14. WMCCC | 1996 | Jakarta | Shredder |
| 15. WMCCC | 1997 | Paris | Junior |
| 16. WMCCC | 1999 | Paderborn | Shredder (gleichzeitig WCCC 1999) |
| 17. WMCCC | 2000 | London | Shredder |
| 18. WMCCC | 2001 | Maastricht | Deep Junior |
| Infos | |||
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1993 endete die Ära der Schachcomputer bei Weltmeisterschaften und die in Fahrt gekommene PC-Welle übernahm endgültig die Vorherrschaft im Computerschach. Ab dem Jahr 2002 entfiel der Namenszusatz "Micro" bei der Weltmeisterschaft und die WMCCC wurde mit der WCCC zusammengelegt. Weitere Ergebnisse siehe bei der WCCC | |||