Hegener & Glaser

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Manfred Hegener und Florian Glaser gründeten 1969 ihr Unternehmen, um Halbleiter zu produzieren. Im Jahr 1978 kamen sie mit den Programmierern Thomas Nitsche und Elmar Henne in Kontakt. 1980 wurde die Marke "Mephisto" geschaffen und der erste deutsche Schachcomputer Mephisto, der auch den Spitznamen "Das Brikett" trug, an die deutsche Öffentlichkeit verkauft.

1984 gelang es Hegener & Glaser, den Programmierer Richard Lang in ihr Team aufzunehmen, der in jenem Jahr mit seiner "Psion"-Schachcomputer-Software bei der Mikrocomputer-Schachweltmeisterschaft 1984 (WMCCC) mit drei anderen Teilnehmern den geteilten ersten Platz belegt hatte. Theoretisch hätte Richard Langs "Psion" trotz Punktgleichheit dieses Turnier aufgrund der stärkeren Buchholz-Wertung gewonnen, aber da vier Maschinen gleichauf den ersten Platz belegten, einigten sich alle darauf, den Titel zu teilen. Da Thomas Nitsche und Elmar Henne's Mephisto III-S Glasgow ebenfalls an diesem 4. WMCCC teilnahmen, bedeutete dies, dass Hegener & Glaser nun zwei Weltmeisterprogrammierer in ihrem Team hatten. Interessanterweise war der Mephisto III-S Glasgow ein kommerzielles Programm, während es sich bei den anderen Erstplatzierten entweder um einen experimentellen Computer handelte, der noch nicht auf dem Markt erhältlich war, oder wie im Fall von "Psion" um ein Softwareprogramm. Hegener & Glaser konnten daher ihren Mephisto III-S Glasgow als den kommerziellen Weltmeister von 1984 beanspruchen und bewerben.

Richard Langs Mephisto-Programmierung bei Hegener & Glaser erwies sich als ein äußerst erfolgreiches Unterfangen, denn er gewann die nächsten sechs Weltmeisterschaften im Mikrocomputerschach:

4. WMCCC 1984 Glasgow Fidelity Elite X, Conchess X, Mephisto III-S Glasgow, Psion
5. WMCCC 1985 Amsterdam Mephisto Amsterdam
6. WMCCC 1986 Dallas Mephisto Dallas
7. WMCCC 1987 Rom Mephisto Roma
8. WMCCC 1988 Almeria Mephisto Almeria
9. WMCCC 1989 Portoroz Mephisto Portorose
10. WMCCC 1990 Lyon Mephisto Lyon


Dieser Erfolg machte Mephisto zum weltweit größten und erfolgreichsten Hersteller von Schachcomputern in den 1980er Jahren.

1989 kauften Hegener & Glaser ihren schlingernden amerikanischen Konkurrenten Fidelity Electronics, aber 1992 waren Hegener & Glaser selbst in Schwierigkeiten, da sich die Nachfrage auf dem Markt geändert hatte, der sich auf die zunehmende Masse billiger, aber leistungsfähiger Schach-Software für Personalcomputer umgestellt hatte.

Schließlich verkauften Hegener & Glaser 1994 ihr Unternehmen an Saitek Ltd., nachdem sie in den beiden vorangegangenen Jahren einige große Verluste und Rückschläge erlitten hatten, von denen viele dadurch verursacht wurden, dass sie die enormen Verluste von Fidelity Electronics in Nordamerika auffangen mussten, was schließlich den Untergang beider Unternehmen verursachte.

Die Firma Hegener & Glaser (Mephisto)

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Historie
1969
1978
1980
  • das "Mephisto" Markenzeichen entsteht. Das Brikett - der erste deutsche Schachcomputer - programmiert von Thomas Nitsche und Elmar Henne, erscheint auf dem Markt.
1983
  • "Mephisto" wird in Deutschland zum Synonym für Schachcomputer
1984
1985
1989
  • über 90% aller in Deutschland verkaufter Schachcomputer sind Mephistos
  • H+G übernimmt "Fidelity Electronics Inc." für ~7 Millionen US $
1990
  • der Markt für hochpreisige Schachcomputer bricht ein. Grund hierfür ist das Aufkommen leistungsfähiger Intel 486er PCs bei gleichzeitigem Angebot an preiswerten und leistungsstarken Schachprogrammen
1992
  • H+G's Schulden belaufen sich nun bereits auf 28 Millionen DM
  • Ed Schröder gewinnt mit Gideon 3.1 (Mephisto Risc 2) die offene 7. Schachcomputer Weltmeisterschaft WCCC - also nicht die der Micros (!) - vor Großrechnern und Spezialhardware
1994
  • H+G wird von "Saitek Ltd." für ~ 7 Millionen DM aufgekauft
  • Richard Langs Genius (Mephisto London) schlägt Garry Kasparov beim Intel World Chess Grand Prix Turnier in London auf einem Pentium Prozessor
1997

Schachcomputer des Herstellers Hegener & Glaser

Übersicht der Module für das "Modulare System"

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